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<title>Herald Cox</title>
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<h1 id="firstHeading" class="firstHeading mw-first-heading"><span class="mw-page-title-main">Herald Cox</span></h1>
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<div id="mw-content-text" class="mw-body-content mw-content-ltr" lang="de" dir="ltr"><div class="mw-content-ltr mw-parser-output" lang="de" dir="ltr">
<p><b>Herald Rea Cox</b> (* <a href="28._Februar" title="28. Februar">28. Februar</a> <a href="1907" title="1907">1907</a> in Rosedale, <a href="Indiana" title="Indiana">Indiana</a>; † <a href="17._August" title="17. August">17. August</a> <a href="1986" title="1986">1986</a> in <a href="Hamilton_(Montana)" title="Hamilton (Montana)">Hamilton</a>, <a href="Montana" title="Montana">Montana</a>) war ein amerikanischer Mikrobiologe. Ab Ende der 1940er Jahre war er einer der Entwickler der <a href="Schluckimpfung" title="Schluckimpfung">Schluckimpfung</a> gegen <a href="Poliomyelitis" title="Poliomyelitis">Kinderlähmung</a>. Die Familie der Bakterien <i>Coxiellaceae</i> ist nach ihm benannt.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Leben">Leben</h2></div>
<p>Herald Cox wuchs in Rosedale auf und zog 1917 mit seiner Familie nach <a href="Terre_Haute" title="Terre Haute">Terre Haute</a>, wo sein Vater Leo Cox eine Autowerkstatt eröffnet hatte. Dort besuchte Herald Cox bis 1924 die Garfield High School und studierte anschließend Biologie an der <a href="Indiana_State_University" title="Indiana State University">Indiana State Normal School</a>. Nach seinem Bachelor-Abschluss 1928 ging Cox nach <a href="Baltimore" title="Baltimore">Baltimore</a> an die <a href="Johns_Hopkins_University" title="Johns Hopkins University">Johns Hopkins University</a>, wo er bei dem Immunologen Roscoe R. Hyde (1884–1943) zum Sc.D. promoviert wurde.
</p><p>Nach seiner Promotion erfüllte er zunächst Lehraufgaben an der Johns Hopkins University und ging dann nach <a href="New_York_City" title="New York City">New York City</a> ans <a href="Rockefeller_University" title="Rockefeller University">Rockefeller Institute for Medical Research</a>. Dort arbeitete er unter anderem an Impfstoffen gegen die <a href="Westliche_Pferdeenzephalomyelitis" title="Westliche Pferdeenzephalomyelitis">Westliche Pferdeenzephalomyelitis</a>.
</p><p>Im Jahr 1936 wurde Cox vom <a href="United_States_Public_Health_Service" title="United States Public Health Service">U.S. Public Health Service</a> an die Rocky Mountain Labs (RML) in Hamilton, Montana, entsandt, um dort Therapien für das von Zecken übertragene <a href="Rocky-Mountain-Fleckfieber" title="Rocky-Mountain-Fleckfieber">Rocky-Mountain-Fleckfieber</a> (RMSF) zu entwickeln. Die <a href="Letalit%C3%A4t" title="Letalität">Letalitätsrate</a> bei dieser durch das Bakterium <i><a href="Rickettsia_rickettsii" class="mw-redirect" title="Rickettsia rickettsii">Rickettsia rickettsii</a></i> hervorgerufenen Erkrankung lag damals bei 90 %. Bis 1941 arbeitete Cox dort an der Entwicklung eines sicheren Impfstoffes. Im Zuge seiner Arbeit entstanden auch neue Methoden der Kultivierung von <a href="Rickettsien" title="Rickettsien">Rickettsien</a> und <a href="Viren" title="Viren">Viren</a> in den <a href="Dottersack" title="Dottersack">Dottersäcken</a> von Hühnerembryonen.
</p><p>Außerdem war Cox am RML an der Erforschung des <a href="Q-Fieber" title="Q-Fieber">Q-Fiebers</a> beteiligt. Die Erkrankung war 1935 von Edward Holbrook Derrick (1898–1976) in <a href="Brisbane" title="Brisbane">Brisbane</a> in Australien erstmals beschrieben worden; die ebenfalls in Brisbane tätigen Forscher <a href="Frank_Macfarlane_Burnet" title="Frank Macfarlane Burnet">Frank Macfarlane Burnet</a> und Mavis Freeman isolierten den Erreger 1937 aus erkrankten Patienten. Cox und seinem Kollegen Gordon Davis (1889–1977) gelang es 1938 am RML, die Übertragungswege der Krankheit zu entdecken, den Erreger aus Zecken zu isolieren und einen Impfstoff zu entwickeln. Der von Cox und Davis vorgeschlagene Name für das Bakterium war <i>Rickettsia diaporica</i>; die Benennung <i><a href="Coxiella_burnetii" title="Coxiella burnetii">Coxiella burnetii</a></i> nach Cox (und Burnet) wurde erstmals 1943 von Cox’ Kollegen Cornelius B. Philip (1900–1987) vorgeschlagen, nachdem sich herausgestellt hatte, dass eine nähere Verwandtschaft mit <i>Rickettsia rickettsii</i> gar nicht bestand. Im Jahr 2005 wurde auch die das Bakterium enthaltende Familie <i>Coxiellaceae</i> nach Cox benannt.
</p><p>Ebenfalls während seiner Tätigkeit am RML entwickelte Cox einen Impfstoff gegen <a href="Typhus" title="Typhus">Typhus</a>, der starken Einsatz bei den amerikanischen Truppen während des <a href="Zweiter_Weltkrieg" title="Zweiter Weltkrieg">Zweiten Weltkriegs</a> fand.
</p><p>Im Jahr 1942 nahm Cox ein Angebot der American Cyanamid Company an und ging zurück nach New York, um dort für die nächsten 26 Jahre als Leiter der Viren- und Rickettsienforschung bei den Lederle Laboratories in Pearl River zu arbeiten. Bei Lederle entwickelte Cox unter anderem einen verbesserten <a href="Tollwutimpfstoff" title="Tollwutimpfstoff">Tollwutimpfstoff</a> für Hunde.
</p><p>Seinen wichtigsten Erfolg in den Lederle Laboratories hatte Cox aber als Leiter des Virusforschungsteams, das 16 Jahre lang an einem <a href="Lebendimpfstoff" title="Lebendimpfstoff">Lebendimpfstoff</a> gegen <a href="Poliomyelitis" title="Poliomyelitis">Polio</a> arbeitete. Zu seinem Team gehörte auch <a href="Hilary_Koprowski" title="Hilary Koprowski">Hilary Koprowski</a>, dem die Arbeit zunächst entscheidende Impulse verdankte. Allerdings kam es zum Zerwürfnis zwischen Cox und Koprowski, weil dieser Anfang 1950 ohne Wissen von Cox erste klinische Tests des Polio-Impfstoffs aus abgeschwächten Erregern vorgenommen hatte; Koprowski verließ das Lederle-Forschungsteam im Jahr 1957.
</p><p>Obwohl das Team von Cox den ersten wirksamen <a href="Polioimpfstoff" title="Polioimpfstoff">Polio-Impfstoff</a> entwickelt hatte, gelang es nicht mehr, das Produkt zur Marktreife zu entwickeln: Ein unterdessen von <a href="Jonas_Salk" title="Jonas Salk">Jonas Salk</a> an der <a href="University_of_Pittsburgh" title="University of Pittsburgh">University of Pittsburgh</a> entwickelter, <a href="Intramuskul%C3%A4re_Injektion" title="Intramuskuläre Injektion">intramuskulär</a> injizierter <a href="Totimpfstoff" title="Totimpfstoff">Totimpfstoff</a> aus mit <a href="Formaldehyd" title="Formaldehyd">Formaldehyd</a> abgetöteten <a href="Poliovirus" title="Poliovirus">Polioviren</a> wurde bereits 1954 in großen Versuchsreihen getestet und 1955 zugelassen. Parallel arbeitete <a href="Albert_Sabin" title="Albert Sabin">Albert Sabin</a> an der <a href="University_of_Cincinnati" title="University of Cincinnati">University of Cincinnati</a> an einen konkurrierenden Lebendimpfstoff. Da Salks Impfstoff, dessen geringere Wirksamkeit sich erst nach der Zulassung herausstellte, nunmehr als etabliert galt, griff Sabin zur Durchführung der klinischen Versuche auf ein Angebot der <a href="Sowjetunion" title="Sowjetunion">Sowjetunion</a> zurück. Dort wurde sein Impfstoff unter Leitung von Michail Tschumakow (1909–1993) weiterentwickelt und 1958/59 in klinischen Studien erprobt; unmittelbar im Anschluss begann der großflächige Einsatz der Schluckimpfung in der Sowjetunion und den verbündeten Staaten. Gleichzeitig wurde in den USA und Westeuropa aufgrund weiterhin bestehender medizinischer (Verabreichung lebenden Virenmaterials) und nunmehr auch ideologischer (Entwicklung in der Sowjetunion) Vorbehalte weiter primär auf die Injektionen nach Salk gesetzt. Zumindest gelegentlich wurde aber auch auf die Schluckimpfung nach Cox zurückgegriffen, so Mitte 1960 in <a href="West-Berlin" title="West-Berlin">West-Berlin</a>, wo man das Eindringen abgeschwächter Polioviren aus dem bereits stark durchimpften <a href="Ost-Berlin" title="Ost-Berlin">Ost-Berlin</a> befürchtete, aber den Ostblockimpfstoff nicht verwenden wollte.<sup id="cite_ref-spiegel_1961_30_1-0" class="reference"><a href="#cite_note-spiegel_1961_30-1"><span class="cite-bracket">[</span>1<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p><p>Aufgrund der nicht zu ignorierenden Erfolgsquote der Sabin-Tschumakow-Schluckimpfung empfahl schließlich der U.S. Public Health Service im August 1960 die von Sabin entwickelten Virenstämme für die Schluckimpfung, und in den Folgejahren kam dieser Impfstoff weltweit zum Einsatz. Das bedeutete auch das Ende der eigenständigen Entwicklung der Cox-Schluckimpfung; im Jahr 1963 brachte Lederle selbst einen trivalenten Schluckimpfstoff mit den drei Sabin-Stämmen unter dem Namen <i>Orimune</i> auf den Markt, der in den USA zum meistverwendeten Polio-Impfstoff avancierte.
</p><p>Im Jahr 1961 wurde Cox für ein Jahr zum Präsidenten der <i>American Society for Microbiology</i> gewählt.<sup id="cite_ref-2" class="reference"><a href="#cite_note-2"><span class="cite-bracket">[</span>2<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p><p>Cox wurde 1968 Leiter der Krebsforschung beim Roswell Park Memorial Institute (RPMI) und ging 1972 in den Ruhestand, den er in Hamilton, Montana, verlebte.
</p><p>Von 1932 bis zu seinem Tod war er mit Marion Curry (1910–1990) verheiratet. Das Ehepaar hatte eine Tochter und zwei Söhne.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Ehrungen">Ehrungen</h2></div>
<ul><li>1941: <i>Theobald Smith Award in Medical Science</i> der <a href="American_Association_for_the_Advancement_of_Science" title="American Association for the Advancement of Science">American Association for the Advancement of Science</a> (AAAS)</li>
<li>1942: Ehrendoktorwürde der <a href="University_of_Montana_%E2%80%93_Missoula" title="University of Montana – Missoula">University of Montana</a></li>
<li>1946: <i>Typhus Medal</i> des <a href="Kriegsministerium_der_Vereinigten_Staaten" title="Kriegsministerium der Vereinigten Staaten">Kriegsministers</a></li>
<li>1951: <i><a href="Howard_Taylor_Ricketts_Award" title="Howard Taylor Ricketts Award">Howard Taylor Ricketts Award</a></i> der <a href="University_of_Chicago" title="University of Chicago">University of Chicago</a></li>
<li>1964: Ehrendoktorwürde des <a href="Indiana_State_University" title="Indiana State University">Indiana State College</a></li>
<li>1972: Ehrendoktorwürde des Roswell Park Memorial Institute</li></ul>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Quellen">Quellen</h2></div>
<ul><li>Sue Loughlin: <i>Rosedale native remembered for combating polio</i>. In: <i>Tribune-Star</i>, Terre Haute, 25. August 1986, S. A3.</li>
<li><i>Tribute: Herald Rea Cox</i>. In: <i>Tribune-Star</i>, Terre Haute, 17. Oktober 1996.</li></ul>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Einzelnachweise">Einzelnachweise</h2></div>
<ol class="references">
<li id="cite_note-spiegel_1961_30-1"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-spiegel_1961_30_1-0">↑</a></span> <span class="reference-text"><i><a rel="nofollow" class="external text" href="https://www.spiegel.de/spiegel/print/d-43365110.html">Aus dem Schnapsglas</a></i>. In: <i>Der Spiegel</i>, 19. Juli 1961</span>
</li>
<li id="cite_note-2"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-2">↑</a></span> <span class="reference-text"><style data-mw-deduplicate="TemplateStyles:r261891140">
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